KARRIERE IM BETRIEB 

Als ausgelernte/-r Maler/-in und Lackierer/-in entscheidest du, wie es weitergeht: Bleibe ich in meinem Ausbildungsbetrieb oder bewerbe ich mich anderweitig? In den meisten Betrieben wirst du in allen Bereichen zu tun haben, die du in der Ausbildung im Malerhandwerk kennengelernt hast. 

Nutze deine Stärken

Je nach Größe und Ausrichtung deines Betriebs und abhängig von deinen Fähigkeiten kannst du dich für deinen weiteren Karriereweg auf bestimmte Bereiche fokussieren.

Du bist kommunikativ? Wer gut kommunizieren kann, wird seinen Meister häufiger in Kundengesprächen unterstützen oder sich mit Architekten abstimmen.

Du planst gerne? Wenn du gut darin bist, einen Malerauftrag im Detail vorzubereiten und zu planen, dann kannst du dich hier etablieren.

Du packst gerne mit an? Du bist hauptsächlich der Macher auf der Baustelle, der sich durch handwerkliches Geschick auszeichnet und immer besser wird.

Mache den Meister

In einer beruflichen Weiterbildung kannst du zum/zur Maler- und Lackierermeister/-in werden. Hier empfiehlt es sich, einen Vorbereitungskurs zu besuchen. In Vollzeit kann dieser sechs bis zwölf Monate dauern, in Teilzeit bis zu zwei Jahre. Es ist empfehlenswert, für den Schritt in die Selbstständigkeit die Meisterprüfung zu absolvieren. Dann kannst du auch selbst Maler/-innen und Lackierer/-innen ausbilden. Die Kurse zur Prüfungsvorbereitung sind kostenpflichtig. Meisterkurse können jedoch finanziell durch das Meister-BAföG gefördert werden. Eigene Ersparnisse und Rücklagen sind hilfreich, um die Weiterbildung erfolgreich zu stemmen.

Alex größter Traum? Eines Tages den Malerbetrieb seines Vaters zu übernehmen. Was er auf dem Weg dahin alles lernt und wie es nach dem Gesellenbrief weitergehen kann, erzählt er im Video.

Selbstständigkeit

Gründe deinen eigenen Betrieb, spezialisiere dich und bilde selbst Azubis aus. Wenn du Führungspotential mitbringst, ist die Gründung eines Malerbetriebs ideal für dich. Im Malerhandwerk sind die Hürden für junge Unternehmer niedriger als in manch anderem Beruf – Qualifikation und Eignung natürlich vorausgesetzt.

Warum ein eigener Malerbetrieb?

Wenn du als Voraussetzung die Meisterprüfung mitbringst, unternehmerisch denkst und ein Händchen hast für wirtschaftliche Zusammenhänge, kannst du im Malerhandwerk schnell dein eigener Chef werden. Im Gegensatz zu anderen Branchen benötigst du keine große Werkstatt und kein Ladengeschäft. Auch halten sich die Erstanschaffungen in Grenzen.

Der Weg in die Selbstständigkeit

Voraussetzung zur Selbstständigkeit im Malerhandwerk ist die Meisterprüfung oder sechs Jahre Erfahrung als Geselle/-in in einem Malerbetrieb, vier davon in leitender Position.

Eine leitende Stellung ist dann gegeben, wenn den Gesellen in einem Betrieb oder in einem wesentlichen Betriebsteil eigenverantwortliche Entscheidungsbefugnisse übertragen worden sind. Der Nachweis kann von den Malergesellen durch Arbeitszeugnisse, Stellenbeschreibungen oder in anderer Weise erbracht werden. Die für die selbständige Handwerksausübung erforderlichen betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen und rechtlichen Kenntnisse werden in der Regel durch die Berufserfahrung nachgewiesen. Über die Erteilung einer Ausübungsberechtigung entscheidet die zuständige Handwerkskammer. (§ 7b HwO (Altgesellenregel))

Was du dafür brauchst?

Eine gute Beratung vorab ist extrem hilfreich und wichtig. Hier kann dir ein Coach und auch das Arbeitsamt helfen.

  • ein Büro

  • einen Computer

  • ein Handy

  • ein Auto

  • Arbeitsmaterial

  • Werkzeug

  • Briefbögen und Visitenkarten

  • eine gute finanzielle Grundlage, um für die Materialkosten deiner ersten Aufträge in Vorleistung gehen zu können.

Kosten für Dinge wie Werbung und eine Website solltest du außerdem nicht außer Acht lassen.

Studium

Mit einer Ausbildung im Malerhandwerk und einem Abitur stehen dir viele interessante Studienrichtungen offen. Aber auch ohne Abitur kannst du dich an Fachhochschulen bewerben und weiterbilden. 

Studieren mit Abitur

Wer Abitur hat, sich für das Malerhandwerk interessiert und jetzt schon weiß, dass er in diesem Bereich eine leitende Stelle einnehmen will, kann sich für ein praktisch orientiertes Studium entscheiden.

Im trialen Studium erwirbt man einen Gesellenbrief, einen Bachelor und einen Meisterbrief. Man sitzt also nicht nur im Hörsaal, sondern hat die praktische Ausbildung inklusive.

Studieren ohne Abitur

Auch ohne Abitur hast du Chancen auf einen Studienplatz deines Ausbildungsbereiches. Dazu brauchst du eine gute Note in der Gesellenprüfung und etwas Berufserfahrung. Die Zugangsvoraussetzungen sind bei allen Fachhochschulen anders. Frage am besten direkt bei deiner Wunschhochschule nach. Möglichkeiten hast du in den Bereichen Innenarchitektur oder Chemie, z. B. Chemieingenieurwesen Farbe und Lack.

Mehr Informationen zum handwerklich orientierten Studium gibt es beispielsweise hier:

www.fh-mittelstand.de

Arbeiten im Ausland

Du hast Lust eine Zeit lang im Ausland zu leben und zu arbeiten? Dann hast du mit dem Malerhandwerk eine gute Branche gewählt. Denn Maler/-innen und Lackierer/-innen werden nicht nur in Deutschland immer gebraucht!

Warum ein Auslandsaufenthalt?

Ein Auslandsaufenthalt als Maler/-in und Lackierer/-in macht sich jedenfalls gut im Zeugnis und bringt jede Menge spannende Erfahrungen. Durch unterschiedliche Regelungen und architektonische Voraussetzungen, andere Techniken und ganz generell durch den Austausch mit Kollegen in einem anderen Land kann man viel lernen. Erkundige dich am besten vorab bei der Bundesagentur für Arbeit.

Das bringst du mit

Du solltest gut Englisch sprechen und am besten einige Grundkenntnisse in der Sprache des Landes haben, in dem du arbeiten möchtest. Meist überzeugen deutsche Maler/-innen und Lackierer/-innen im Ausland mit ihrer guten Ausbildung – man muss aber beachten, dass Formalitäten wie Arbeitszeiten, Steuerabgaben oder Vorgaben zur Denkmalschutzpflege sich in manchen Ländern stark unterscheiden.

Mehr zum Auslandsaufenthalt

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