Fachbegriff-Lexikon: Dispersion

Na, hast du im Chemieunterricht gut aufgepasst? Nicht so wirklich? Kein Problem: Heute steht Dispersion bzw. Dispersionsfarbe auf dem Stundenplan. Das Wort „Dispersion” kommt vom lateinischen „dispergere”, was so viel wie „zerstreuen” bedeutet. Hierbei handelt es sich um zwei Stoffe, wobei der eine Stoff ganz fein im anderen verteilt ist – die Teilchen sind also nicht komplett ineinander gelöst. Was das Besondere an einer Dispersion ist und welches Beispiel du davon sicher aus deinem Alltag kennst, erfährst du jetzt.

Was haben Milch und Wandfarbe gemeinsam? Zugegeben, die Frage ist ein wenig verwirrend, da sich Milch und Wandfarbe tatsächlich ein paar Eigenschaften teilen. Zum Beispiel sind beide flüssig, trüb und größtenteils weiß.  

Worauf wir aber eigentlich hinauswollen, ist die chemische Beschaffenheit. Wenn du Milch unter dem Mikroskop betrachtest, findest du zwei verschiedene Stoffe, die miteinander vermischt sind. Kuhmilch besteht nämlich neben Nährstoffen wie Calcium und Phosphor aus Wasser und kleinen Fettkügelchen. Zumindest für das bloße Auge sind diese miteinander zu einer homogenen Flüssigkeit verschmolzen. Kein Wunder: Die Fetttropfen, die im Wasser schwimmen, sind nur minimal größer als 1 µm (0,001 Millimeter). 

Auch in der Malerwelt sind Dispersionen weit verbreitet – in Form von Wandfarbe. Spezielle Dispersionsfarbe kann durch ihre Beschaffenheit auf fast allen Untergründen verwendet werden und trocknet besonders schnell.  

 

Woraus besteht Dispersionsfarbe? 

Dispersionsfarbe besteht aus einer Mischung von Bindemitteln, Zusatzstoffen und natürlich den Farbpigmenten. Für gewöhnlich sind diese Bestandteile in Wasser gelöst bzw. verteilt, weshalb sie auch eher für Innenräume verwendet werden, um sie vor Umwelteinflüssen zu schützen. 

Es gibt aber auch spezielle Dispersionsfarbe für Außenfassaden. Durch das Merkmal ELF (emissionsarm, lösemittel- und weichmacherfrei) und die kontinuierliche Überprüfung wird sichergestellt, dass keine schädlichen Inhaltsstoffe in den Farben stecken. Zusätzlich sind oft Biozide enthalten, welche verhindern, dass die Wände im Nachhinein von Schimmel und anderen Pilzen befallen werden – ein wahres Multitalent also. 

 

Dispersionsmittel vs. Dispergens 

Das Stoffgemisch wird in zwei Kategorien unterteilt: das Dispersionsmittel und die Dispergens. Als Dispergens bezeichnet man praktisch den „Grundstoff”, in dem das Dispersionsmittel fein verteilt ist. Wenn wir wieder die Milch als Beispiel nehmen, wäre also das Wasser die Dispergens und die kleinen Fetttropfen das Dispersionsmittel. Ähnlich ist es bei der Wandfarbe: Hier bildet das Wasser den Grundstoff und die anderen Bestandteile sind darin „zerstreut”. 

Wie du siehst, teilen sich Milch und Wandfarbe doch mehr Eigenschaften, als du vielleicht am Anfang gedacht hast. Allerdings solltest du Farbe nicht unbedingt trinken. ;-) 

Wenn du noch weitere spannende Facts und mehr über Fachbegriffe aus dem Maler- und Stuckateurhandwerk erfahren willst, scroll gerne durch unseren Blog

 

 

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