Die Geschichte des Malerhandwerks

Seit wann nutzen Menschen eigentlich Farben und Lacke für ihre Häuser? Genau genommen gibt es das Malerhandwerk schon ziemlich lange. Hier erfährst du, wie alles angefangen hat.

Die ersten Maler

Die Wandmalerei ist neben der Bildhauerei die älteste überlieferte Kulturleistung der Menschheit. Schon in der Steinzeit haben unsere Vorfahren angefangen, ihre Wände mit Farbe zu schmücken und ihre Umgebung wohnlicher zu machen. Die Farben haben sie aus Naturstoffen gewonnen und mit Tierhaar-Pinseln aufgetragen. Heute sind die Motive, die oft Tiere zeigen, berühmt: Wir alle haben sie wahrscheinlich schon mal in einem Schulbuch oder einer Doku gesehen.

Doch unsere Vorfahren aus der Steinzeit sind nicht die einzigen Malermeister der Geschichte: Auch im alten Ägypten und in Griechenland wurden Wände schon farbig gestaltet. Ähnlich wie die Höhlenmalereien aus der Steinzeit sind auch die ägyptischen Wandmalereien weltbekannt und stehen im Mittelpunkt vieler Forschungen.
Ihre Farben haben die alten Ägypter aus Mineralien hergestellt: Aus Kalk wurde beispielsweise Weiß, aus Malachit Grün. Mit Holzkohle oder Ruß wurde die Farbe Schwarz erzeugt. Und auch das alte Griechenland war nicht so strahlend weiß, wie wir das von den Tempelanlagen und Statuen kennen, die heutzutage noch erhalten sind – im Gegenteil: Schon in der Antike war Farbe beliebt und die weißen Marmortempel, die heute die griechischen Landschaften prägen, waren damals bunt bemalt. Im Laufe der Zeit ist die Farbe verblasst und irgendwann ganz verschwunden, bis die Statuen und Tempel so aussahen, wie wir sie heute kennen.


Wie das Malerhandwerk nach Europa kam

Von Spanien im Westen bis nach Syrien im Osten, von Britannien im Norden bis nach Ägypten im Süden – kannst du dir diese riesige Fläche vorstellen? Zu seinen Hochzeiten war das die Fläche des Römischen Reichs! Damals haben die Römer das heutige Mittelmeer „mare nostrum” genannt, was so viel bedeutet wie „unser Meer”. Und das nicht umsonst, denn tatsächlich haben fast alle umliegenden Länder zum Römischen Reich gehört. Es war also zeitweise unglaublich groß – und mit dem Römischen Reich wurde auch dessen Kunst- und Kultur verbreitet. Bis heute haben wir Einflüsse aus dem alten Rom in vielen Bereichen unseres modernen Lebens, egal ob in der Medizin, dem Rechtswesen oder der Architektur. Mit dem römischen Staat kamen die Wissenschaften, Künste und Handwerksberufe über die Alpen zu uns. 

Drei Schilde: Das Wappen des Maler- und Lackiererhandwerks

Im Mittelalter wurde das Malerhandwerk dann immer wichtiger. Das lag unter anderem an den sogenannten „Schilderern”. Sie stellten Wehr- und Prunkschilder her und sind die direkten „Vorfahren” der heutigen Malerinnen und Maler. Daher kommen auch die drei Schilde, die das Wappen des Maler- und Lackiererhandwerks zieren. Es entstand im 15. Jahrhundert und zeigt drei weiße Schilde auf rotem Grund.
Im Mittelalter wurde zudem mit dem Bau von großen Gebäuden wie Kirchen, Burgen und Klöstern begonnen. Das Malerhandwerk gewann nicht nur an Bedeutung, sondern wurde auch immer komplexer. Es gab zum Beispiel die Unterscheidung zwischen dem Flachmaler und dem Fassmaler: Der Flachmaler beschäftigte sich mit Flächen und der Fassmaler mit dreidimensionalen Objekten. Außerdem gab es noch den Beruf des Vergolders. Dieser war den Malern meist untergeordnet und arbeitete ihnen zu.

Letztendlich war es aber die Industrialisierung, mit der das Malerhandwerk sich als wichtige Branche immer mehr etablierte und auch beim Bürgertum ankam. Man begann, werterhaltende Anstriche zu verwenden, die die Gebäude nicht nur schmückten, sondern auch schützten und schließlich spalteten sich im 20. Jahrhundert etliche Spezialisten vom Malerberuf ab. So wurde zum Beispiel der Schilder- und Lichtreklamehersteller zu einem eigenen Ausbildungsberuf.

Über die Geschichte des Malerhandwerks weißt du jetzt so einiges – wie wär's mit einem Blick in die Gegenwart? Alle Infos über die aktuellen Fachrichtungen im Malerhandwerk findest du hier.