Ausbildung: „Nicht jeder will studieren!“

Abkleben, streichen, schleifen und lackieren – Niklas fühlt sich auf der Baustelle richtig wohl. Was dem 19-Jährigen in seiner Ausbildung zum Maler und Lackierer am meisten gefällt und warum er sich nach dem Abitur für einen handwerklichen Beruf entschieden hat, erfährst du hier.

Dass er Farbe in seinem Leben braucht, wusste Niklas schon als Schüler. Zur Ausbildung als Maler kam er aber über einen kleinen Umweg: Er absolvierte ein Praktikum als Lacklaborant. Der Umgang mit Farben und Lacken machte ihm Spaß – trotzdem war ihm schnell klar: „Ich möchte nicht nur bunte Farben untersuchen, sondern die Welt mit ihnen gestalten.“ Unabhängig von seiner späteren Berufswahl war es dem 19-Jährigen trotzdem wichtig, zuerst sein Abi zu machen: „So stehen mir alle Türen offen für später. Ein Studium kam für Niklas erst mal nicht in Frage: „Ich wollte eine Pause vom ständigen Lernen und kann auch nicht den ganzen Tag stillsitzen.“

Mehr als streichen

Obwohl er schon früh Einblicke in den Beruf bekam – sein Vater und Großvater sind beide Maler – hat es ihn überrascht, wie abwechslungsreich der Arbeitsalltag im Malerbetrieb ist. „Ich dachte, wir streichen oder tapezieren den ganzen Tag, aber es gehört viel mehr dazu. Wir schleifen zum Beispiel auch Wände ab oder verlegen Teppiche und Parkettböden.“ Auch dass er schon als Auszubildender Kunden bei der Farbwahl berät und somit kreativ werden kann, war eine angenehme Überraschung. „Ich hätte früher von mir gar nicht gesagt, dass ich besonders kreativ bin, aber im Job wächst man automatisch an seinen Aufgaben. Viel gebracht hat mir auch ein Lehrgang zum künstlerischen Arbeiten von der Handwerkskammer, der Teil der Ausbildung ist.“

Nicht jeder will studieren

Niklas ist sicher: „Wenn die Schüler an Gymnasien mehr über Ausbildungsberufe erfahren würden, gäbe es auch mehr Leute, die sich für einen handwerklichen Job entscheiden.“ Seiner Erfahrung nach gehen die meisten Lehrer davon aus, dass Abiturienten automatisch studieren wollen. „Dabei bin ich nicht der Einzige aus meinem Jahrgang, der jetzt doch in einer Ausbildung gelandet ist. Und die Kumpels, die an der Uni sind, sind manchmal ganz schön neidisch, dass wir schon unser eigenes Geld verdienen!“

Mehr zu Niklas erfahrt ihr in diesem Video:

Liebe Besucherinnen und Besucher,

um die Nutzung unserer Website und unsere Angebote besser gestalten zu können, möchten wir Cookies und Dienste wie bspw. Google Analytics einsetzen. Über deine Zustimmung würden wir uns freuen. Vielen Dank.

Diese Website richtet sich an Jugendliche über 16 Jahre. Wenn du jünger bist, bespreche die Nutzung vorher mit deinen Erziehungsberechtigten.
Datenschutz & Optionen