Karriere im Betrieb

Hast du ausgelernt, kannst du dich in jedem Maler- und Lackierbetrieb bewerben – falls dein Ausbildungsbetrieb dich nicht direkt übernimmt.

Für die Fachrichtung, für die du dich während der Ausbildung zum Maler und Lackierer entschieden hast, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Meist wirst du in allen Bereichen zu tun haben, die du in der Ausbildung zum Maler und Lackierer kennengelernt hast, aber je nach deinen Fähigkeiten und der Größe und Beschaffenheit deines Betriebs und der Auftragslage kannst du dich für deine weitere Karriere auf bestimmte Bereiche fokussieren.

Karriere als Maler und Lackierer.
Zeige, was du kannst.

  • Der Kommunikative: Wer gut kommunizieren kann, wird seinen Meister häufiger in Kundengesprächen unterstützen oder sich mit Architekten abstimmen.
  • Der Planer: Wenn du gut darin bist, einen Malerauftrag im Detail vorzubereiten und zu planen, dann kannst du dich hier etablieren.
  • Der Macher: Du bist hauptsächlich der Macher auf der Baustelle, der sich durch handwerkliches Geschick auszeichnet und immer besser wird.

Mache den Meister

Werde Meister des Malerhandwerks!

In einer beruflichen Weiterbildung kannst du zum/zur Maler- und Lackierermeister/-in werden. Hier empfiehlt es sich, einen Vorbereitungskurs zu besuchen. In Vollzeit kann dieser vier bis zwölf Monate dauern, in Teilzeit bis zu zwei Jahre.

Was bringt dir der Meister?

Es ist empfehlenswert, für den Schritt in die Selbstständigkeit die Meisterprüfung zu absolvieren. Dann kannst du auch selbst Maler und Lackierer ausbilden. Die Kurse zur Prüfungsvorbereitung sind kostenpflichtig. Meisterkurse können jedoch finanziell durch das Meister-BAföG gefördert werden. Eigene Ersparnisse und Rücklagen sind hilfreich, um die Weiterbildung erfolgreich zu stemmen.

Porträt Auszubildender Maler zwischen Farbeimern
Azubis in Lackierkammer - Weg zur Maler Karriere
Detailaufnahme Pinsel

Selbstständigkeit

Du hast Führungspotenzial, willst dein eigener Herr sein und einen eigenen Betrieb gründen? Im Malerhandwerk sind die Hürden für junge Unternehmer niedriger als in manch anderem Beruf – Qualifikation und Eignung natürlich vorausgesetzt.

Gründe deinen eigenen Malerbetrieb

Wenn du als Voraussetzung die Meisterprüfung mitbringst, unternehmerisch denkst und ein Händchen hast für wirtschaftliche Zusammenhänge, kannst du im Malerhandwerk schnell dein eigener Chef werden. Im Gegensatz zu anderen Branchen benötigst du keine große Werkstatt und kein Ladengeschäft. Auch halten sich die Erstanschaffungen in Grenzen.

Was du theoretisch brauchst:

  • ein Büro
  • einen Computer
  • ein Handy
  • ein Auto
  • Arbeitsmaterial
  • Werkzeug
  • Briefbögen und Visitenkarten
  • eine gute finanzielle Grundlage, um für die Materialkosten deiner ersten Aufträge in Vorleistung gehen zu können.

Kosten für Dinge wie Werbung und eine Webseite solltest du außerdem nicht außer Acht lassen.

Weg zur Selbstständigkeit

Voraussetzung zur Selbstständigkeit im Malerhandwerk ist die Meisterprüfung oder sechs Jahre Erfahrung als Geselle/-in in einem Malerbetrieb, vier davon in leitender Position.

Eine leitende Stellung ist dann gegeben, wenn den Gesellen in einem Betrieb oder in einem wesentlichen Betriebsteil eigenverantwortliche Entscheidungsbefugnisse übertragen worden sind. Der Nachweis kann von den Malergesellen durch Arbeitszeugnisse, Stellenbeschreibungen oder in anderer Weise erbracht werden. Die für die selbständige Handwerksausübung erforderlichen betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen und rechtlichen Kenntnisse werden in der Regel durch die Berufserfahrung nachgewiesen. Über die Erteilung einer Ausübungsberechtigung entscheidet die zuständige Handwerkskammer. (§ 7b HwO (Altgesellenregel))

Eine gute Beratung vorab ist extrem hilfreich und wichtig. Hier kann dir ein Coach und auch das Arbeitsamt helfen.

Studium

Studenten während der Vorlesung

Studieren mit Abitur

Wer Abitur hat, sich für das Malerhandwerk interessiert und jetzt schon weiß, dass er in diesem Bereich eine leitende Stelle einnehmen will, kann sich für ein praktisch orientiertes Studium entscheiden.

Im trialen Studium erwirbt man einen Gesellenbrief, einen Bachelor und einen Meisterbrief. Man sitzt also nicht nur im Hörsaal, sondern hat die praktische Ausbildung inklusive. 

Mehr Informationen zum handwerklich orientierten Studium gibt es beispielsweise hier:

www.fh-mittelstand.de

Zwei Maler Azubis unterhalten sich

Studium ohne Abitur

Auch ohne Abitur hast du Chancen auf einen Studienplatz deines Ausbildungsbereiches. Dazu brauchst du eine gute Note in der Gesellenprüfung und etwas Berufserfahrung. Die Zugangsvoraussetzungen sind bei allen Fachhochschulen anders. Frage am besten direkt bei deiner Wunschhochschule nach. Möglichkeiten hast du in den Bereichen Innenarchitektur oder Chemie, z. B. Chemieingenieurwesen Farbe und Lack.

Arbeiten im Ausland

Maler/-innen und Lackierer/-innen werden nicht nur in Deutschland immer gebraucht! Falls du Lust hast, für einige Zeit im Ausland zu leben, hast du mit dem Malerhandwerk eine gute Branche gewählt. 

Ein Auslandsaufenthalt als Maler und Lackierer macht sich jedenfalls gut im Zeugnis und bringt jede Menge spannende Erfahrungen. Durch unterschiedliche Regelungen und architektonische Voraussetzungen, andere Techniken und ganz generell durch den Austausch mit Kollegen in einem anderen Land kann man viel lernen. Erkundige dich am besten vorab bei der Bundesagentur für Arbeit.

Infos zum Auslandsaufenthalt

Bunte Häuser in Kapstadt
Portrait Maler Azubi

Voraussetzungen für deinen Auslandsaufenthalt

Du solltest gut Englisch sprechen und am besten einige Grundkenntnisse in der Sprache des Landes haben, in dem du arbeiten möchtest. Meist überzeugen deutsche Maler und Lackierer im Ausland mit ihrer guten Ausbildung – man muss aber beachten, dass Formalitäten wie Arbeitszeiten, Steuerabgaben oder Vorgaben zur Denkmalschutzpflege sich in manchen Ländern stark unterscheiden.